Abschluss-Interview mit einer Teilnehmerin


Unser Interview mit Haus Bodelschwingh musste wegen COVID-19 leider ausfallen. Kurz entschlossen haben wir Ende Juni, als das Projekt für 4 Teilnehmer*innen zu Ende ging, unser eigenes Interview geführt.

Thema des Interviews war: Die Teilnahme am Projekt Infozentrum.

Hier können Sie unser Projekt auch aus der Innenperspektive kennenlernen:



Sie haben hier im Infozentrum ja ein halbes Jahr lang mitgearbeitet.

Ja.

Was macht man denn da? Infozentrum klingt spannend.

Wir haben eine Ausstellung gemacht über das Haus Bodelschwingh. Dazu haben wir auch gelernt, Interviews zu führen, wir haben recherchiert und dann die Ausstellung auf Karton fertiggestellt. Und Radio Loca hat uns interviewt. Es war sehr aufschlussreich & sehr interessant.

Was hat es Ihnen denn persönlich gebracht, die 6 Monate?

Ich selbst habe vorher noch nie ein Interview geführt und bin auch noch nie interviewt worden.

Wir haben uns auch Interviews auf YouTube angeschaut, wie das andere Menschen machen und haben dann z. B. auch gelernt, dass es Interviews gibt, bei denen offene Fragen gestellt werden, z. B. „Wie fanden Sie das?“ oder auch andere Fragen. Keine offene Frage ist z. B. „Wie heißen Sie?“.

Und das war interessant, den ganzen Komplex eines Interviews mal so aufsplitten und zu schauen: Um was geht´s?

Hatten Sie denn auch Ihr eigenes Spezialgebiet, sozusagen?

Ja, also recherchieren fand ich eigentlich ganz gut. Das hat bei mir recht gut geklappt. Und bisschen delegieren bei der Plakatgestaltung. Wenn eben viele Leute an etwas zusammenarbeiten, dann muss man natürlich alle mit einbeziehen, aber wenn man da jedes Mal stundenlang herum diskutiert, ob man das jetzt so oder so macht.
Also wir haben dann z. B. Texte vorgelesen und dann hat man geschaut: Wie finden die anderen den Text und welche Essenz zieht man daraus. Oder man hatte verschiedene Texte und hat sich dann für einen entschieden. Also es war auch sehr viel Gemeinschaftsarbeit dabei.

Gab es im Infozentrum auch Probleme mit den Corona-Regeln? Klingt ja auch nicht ganz einfach, Interview mit Pandemie-Regeln und so…

Wir sind ja interviewt worden von Haus Bodelschwingh [bzw. Radio Loca!]. Sie haben auch ein Interview mit uns gemacht, weil sie über Initial berichten wollten. Da haben wir eben Masken getragen, bzw. sind mit Abstand gesessen.
Natürlich haben sich die Hygiene-Regeln auch in unseren eigenen Räumlichkeiten ausgewirkt. Also wenn man einen größeren Raum zur Verfügung hat, dann hat man noch Platz, ohne Maske dort zu sitzen. Aber danach sind wir wieder in einen kleineren Raum gegangen und da war es schwierig. Da haben wir die Masken dann natürlich aufgelassen. Also es war schon einschneidend, auch, teilweise. Ja.

Was wird denn als Nächstes präsentiert, nach dem Haus Bodelschwingh?

Da kommt jetzt eine Ausstellung über den Club Pinguin. Das ist ein Zentrum für Menschen mit psychischer Erkrankung.

Wenn ich das richtig verstanden habe, kannten sich ja alle vorher hier nicht. Wie hat es denn funktioniert? Haben Sie sich dann alle gut verstanden und gut zusammengearbeitet oder…?

Einige habe ich schon gekannt, von vorher bei Initial. Es war eigentlich ein gutes Team. Man ist gut miteinander klar gekommen. Man hat auch einmal in verschiedenen Konstellationen zusammengearbeitet. War eigentlich gut, auch von den Leuten her.

Und wie waren denn die Leiter? Musste es da immer schnell gehen? Hauptsache Tempo?

Nein, also, ich muss sagen: Unsere Leiter waren sehr geduldig. Die eine mehr, der andere weniger. Aber im Allgemeinen waren sie schon sehr langmütig mit uns und haben es uns auch erklärt, um was es ging. Z. B. weil einige öfter einmal zu spät gekommen sind, wurde auch gesagt, dass es eben nichts Persönliches ist, sondern dass es eben auch stört, wenn der eine eine halbe Stunde zu spät kommt, der andere eine Viertelstunde später oder eine Stunde später. Und dann ist es eben immer eine Unterbrechung.

Wir hatten gute Leiter. Es wurde alles plausibel erklärt und nicht auf der persönlichen Ebene, sondern auf der Arbeitsebene erklärt.

Und bunt gemischte Mannschaft? Von 20 bis 60? Und Mann & Frau wahrscheinlich sowieso?

Ja, Männlein & Weiblein gemischt. Also 20 bis 60 jetzt nicht. Die jüngste war bei uns 33 und der älteste um die 50 herum oder 55 oder so.

Und waren immer alle da?

Nein, nein. Insgesamt waren wir, glaube ich, 10 Leute, alle zusammen. Es war ganz selten, dass einmal so viele Leute da waren. Ich glaube ein oder zweimal, als wirklich viele da waren. Aber ansonsten waren wir ca. 5-6 Leute. So in etwa – meistens.

Und alles Hartz-4-Empfänger? Verdient man da auch etwas? Hat man da etwas davon?

Ja, man sagt zwar „1€-Job“, aber wir bekommen 2€ pro Stunde.

Abschluss:

Vielen Dank für das tolle Interview und für die ganzen Antworten.

Hut ab, wie Sie das alles hinbekommen haben!


Fazit:

Es braucht nicht viel, um durch ein Interview neue Erfahrungen zu sammeln, eigentlich nur zwei Menschen, die überhaupt nicht berühmt sein müssen. Probieren Sie es doch auch mal aus!